Umgehung B304

Dezember 2010

Nach einem Treffen der Kirchseeoner SPD mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Ewald Schurer, versprach Ewald Schurer sich beim Staatlichen Straßenbauamt Rosenheim für diese optimierte Variante einzusetzen. Das Treffen ist für Anfang Januar geplant. Die Kirchseeoner SPD hofft nun, dass das Straßenbauamt diese Planung in seine Beurteilung einfließen lässt.

Der Kirchseeoner Arbeitskreis „B304“ hatte nach mehrmonatigen Verhandlungen zwei Trassenverläufe (Nord und Süd) erarbeitet, die nach einem mehrheitlichen Beschluss des Marktgemeinderates Kirchseeon zwischenzeitlich an das Staatliche Bauamt in Rosenheim übermittelt wurden. Ziel ist es, bis 2015 in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen zu werden.

Dort zur Bewertung vorgelegt, erhofft man sich im Gemeinderat nun eine Rosenheimer Präferenz für eine der beiden Trassen – oder ein definitives Ablehnungsargument für die jeweilig andere. Denn, so wie allen Gemeinderäten bewusst ist, dass man nur mit einer deutlichen Mehrheit des Rates für eine der beiden Trassen ordentlich Druck machen kann, weiß auch jeder Gemeinderat, dass es diese deutliche Mehrheit für die eine oder andere Trasse derzeit im Gremium nicht gibt.

Nach den bisherigen Aussagen des Staatl. Bauamtes Rosenheim, kann bei der Nordtrasse aufgrund des FFH Gebietes, der Endmoränen und Trinkwasserschutzgebiete mit sehr großen juristischen Schwierigkeiten gerechnet werden. Auch die Südtrasse ist laut Staatl. Bauamt Rosenheim rechtlich gesehen als sehr problematisch einzustufen (Trinkwasserschutzgebiet und Bannwald), so dass es beim Bau, welcher Trasse auch immer, durch eine Prozess- und Klageflut zu erheblichen Verzögerungen kommen wird.

Die Kirchseeoner SPD hat sich seit Jahren mit der Problematik der Trassenführung beschäftigt und in diesem Zeitraum eine Alternative entwickelt, die es Wert ist, zumindest diskutiert zu werden.

Es handelt sich hierbei um eine Modifikation der Südtrasse mit leicht abgeändertem Verlauf sowie einer möglichen Anbindung des Marktes Kirchseeon im Süden.

Die kritischen Punkte der jetzt im Straßenbauamt Rosenheim eingereichten Südtrasse liegen nach Meinung der Kirchseeoner SPD zum einen im Verlauf durch die Kernzone des Kirchseeoner Trinkwasserschutzgebietes, zum anderen ist durch den fehlenden Anschluss Kirchseeons im Süden keine entlastende Steuerung des Ziel- und Quellverkehrs möglich.

Die SPD-Alternative (siehe Skizze) sieht einen Anschluss Kirchseeons mit einer Zufahrt von der Waldbahn und Bahnunterführung ins IVECO Gelände vor. Südlich von Ilching würde der Tunnel beginnen und von der Anbindung des Marktes aus, würde er weiter durch das IVECO Gelände führen bis hinter das Gymnasium (im Plan die rote Strecke). Nach dem Gymnasium würde die Trasse wieder oberirdisch entlang der Bahnlinie verlaufen .

Die Vorteile zur vorgeschlagenen Südtrasse sind:

  • Keine Beeinträchtigung und Gefahr für das Kirchseeoner Trinkwasser
  • Geringer Eingriff in den Bannwald *Red Regulierendes Element für Ziel- und Quellverkehr durch zentrale Südanbindung (weniger innerörtlicher Verkehr)
  • Weniger Flächenverbrauch
  • Keine zusätzliche Verschlechterung für die Kirchseeoner Gewerbetreibenden, da durch die zentrale Anbindung im Süden kein Abschottungseffekt entsteht
  • Die Talbrücke hinter dem Dachsberg als optische Beeinträchtigung entfällt Erschließung und Sanierung des IVECO Geländes durch eine unterirdische Straßenführung

Es ist auch der Kirchseeoner SPD bewusst, dass es schwierig sein wird, alle in diesem Fall betroffenen Parteien an einen Tisch zu bekommen, aber man sollte alles versuchen, um, neben einer verträglichen Umgehungsstrasse, auch den Stillstand beim Thema IVECO zu beenden.