Umfahrung B 304 - Neuer Trassenvorschlag

März 2012

Antrag der SPD-Fraktion im Marktgemeinderat Kirchseeon zur B 304 Ortsumgehung „Trasse an der Bahn“ mit kurzem, bergmännischem Tunnel

Der Kirchseeoner SPD sucht nach einem konstruktiven Kompromiss für Mensch und Natur, die Sorgen und Gegenargumente der Gegner einer Südumgehung sind ihr nicht gleichgültig, doch auch unsere Mitbürger, die an der jetzigen Bundesstraße jeden Tag dem Lärm und den Abgasen von über 20.000 Autos ausgesetzt sind, brauchen Hilfe. Mit dem Antrag verbinden die SPD-Fraktion ein stückweit die Hoffnung, hier einen durch alle Parteien und Bevölkerungsgruppierungen mehrheitsfähigen Kompromiss zu finden, im Sinne aller Einwohner des Marktes Kirchseeon.

Antrag zur Abstimmung in der Gemeinderatssitzung am 23. April 2012

Zur Klärung der Frage für das Ratsbegehren, wird der Marktgemeinderat im Anschluss der Abstimmung über die bereits vom Straßenbauamt beurteilten Trassen (diese sollten nach der bestehenden Nummerierung von 1 bis 6 abgestimmt werden) über die aktuell von der SPD vorgeschlagenen „Trasse an der Bahn“ abstimmen.

Begründung:

Rückblick und derzeitiger Stand:

Von den beurteilten Trassen der Jahre 2002, 2009 und 2011 stehen wohl nur noch einige Varianten zur Diskussion. Eine nördliche Forststraße hat gemäß der Aussagen im Gemeinderat trotz klarer Ablehnung durch das „Staatliche Bauamt“ noch Anhänger. Die Fraktion der GRÜNEN vertritt weiterhin den Tunnel, nun in abgeänderter Variante. Im Gemeinderat gab es auch mehrere Befürworter der Variante 5 (weiträumige Südumfahrung). Die SPD-Fraktion hat bereits vor einem Jahr öffentlich dargelegt, dass sie für eine bahnnahe Trasse ist. Diese Trasse ist vom Straßenbauamt München im Jahre 1997 geplant worden und ist in der Trassenzusammenstellung des Bauamts Rosenheim unter der Bezeichnung 2002 enthalten.

Kurzfassung unserer Gründe gegen drei erwähnte Trassen:

Die Nordtrassen werden von der Planungsbehörde aus naturschutzrechtlichen und weiteren Gründen abgelehnt. Die Behörde wird eine nördliche Trasse nicht zum Bundesverkehrswegeplan anmelden. In Kirchseeon bleibt alles beim derzeitigen Stand. Der Tunnel sieht für Kirchseeon-Dorf keine Lösung vor, sorgt an der Hubertussiedlung für neue Betroffene und wird wegen vieler Bauschwierigkeiten und zu hoher Kosten ebenfalls von der Behörde nicht zum Bundesverkehrswegeplan angemeldet. Die weiträumige Südumfahrung würde wegen der geringen Kosten von der Planungsbehörde bei Zustimmung des Gemeinderats zum Bundesverkehrswegeplan angemeldet. Leider führt diese Trasse aber durch das biotopreichste Bannwaldgebiet das Kirchseeon hat. Zudem würde die Straße über den Einzugsbereich der Trinkwasserversorgung Kirchseeon und gefährlich nahe an die Brunnenbohrungen führen. Der vom Bauamt geplante Anschluss Kirchseeons über die Moosacher Straße mit Brücke könnte das Zentrum nicht erschließen, weil der westliche Teil der Wasserburger Straße zur Aufnahme von Lastverkehr ungeeignet ist.

Gründe, die für die Bahntrasse mit kurzem bergmännischen Tunnel sprechen:

Die Trasse beginnt an der Gemeindegrenze zu Zorneding und berührt weder das Gemeindegebiet von Zorneding noch das von Moosach. Nachdem die jetzige B 304 als Gemeindestraße erhalten bleibt ist für Eglharting und Kirchseeon sowohl über die Zornedinger Daxenberg-Zufahrt als auch über die Zufahrt in Reitgesing der Anschluss an die neue B 304 gut gewährleistet. Weitere Anschlüsse im Ort sind nicht zwingend notwendig, bei Bedarf aber möglich. Die Trasse schont die aufgeforsteten Ausgleichsflächen zwischen Ilching und Buch und den besonders wertvollen Bannwald südlich von Ilching. Der Bedarf an landwirtschaftlich genutzten Flächen wird reduziert. Der Eingriff in Wald - und Bannwaldflächen wird deutlich gemindert. Die Gefährdung der Trinkwasserversorgung Kirchseeon entfällt völlig. In Eglharting und Ilching ist der Abstand zum Brunnen und zur Bebauung gegenüber der Planung des Straßenbauamts München erheblich vergrößert.